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Dysbiose: Was sie mit deiner Haut zu tun hat

„Ein ausgeglichenes Mikrobiom, auch als Hautflora bekannt, ist essentiell, um auf die individuellen Bedürfnisse der Haut einzugehen.“

 

"Viele Erkrankungen, auch solche der Haut, gehen mit messbaren Veränderungen der Zusammensetzung und Aktivität des Mikrobioms einher. Man bezeichnet diesen Zustand als Dysbiose. Ob diese Veränderungen Ursache oder Folge der Erkrankung sind, ist oft noch Gegenstand intensiver Forschung. Klar ist aber heute schon: das Mikrobioms muss bei der Therapie und Pflege erkrankter Hautstellen mit im Fokus stehen."

Die Bedeutung, die das Humane Mikrobiom - die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die mit dem Menschen assoziiert sind - für Gesundheit und Wohlbefinden hat, wird momentan intensiv erforscht. Dass das Mikrobiom eine fundmentale Rolle für die Gesundheit spielt, weiß man aus Versuchen mit keimfreien Modelltieren. Tiere, die ohne jeglichen Kontakt mit Mikroorganismen aufwachsen, sind morphologisch wie physiologisch missgebildet und leiden unter einer viel höheren Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.

Gleichzeitig sieht man bei einer Vielzahl menschlicher Erkrankungen neben den klassischen Krankheitssymptomen auch Veränderungen in Struktur (Arteninventar) und Funktion (Physiologie) des Mikrobioms. Während man bei einem gesunden Menschen das Zusammenleben mit seinem Mikrobiom als Status der Eubiose bezeichnet, nennt man ein verändertes Mikrobiom bei einem Menschlichen Körper mit Krankheitssymptomen eine Dysbiose. Ob diese Veränderungen Ursache oder Folge der Erkrankung sind, wird intensiv erforscht. Mikrobiomveränderungen sollen zukünftig verstärkt diagnostisch und therapeutisch genutzt werden. Dies gilt insbesondere für Erkrankungen, die aufgrund ihrer Komplexität nur schwer zu diagnostizieren und aufwändig/langwierig zu therapieren sind. Solche Beispiele findet man im Verdauungstrakt, aber auch auf der Haut.

Akne vulgaris z.B. gilt als häufigste Hautkrankheit der Welt, v.a. bei Jugendlichen in der Pubertät. Ihre Ursachen liegen in einer hormonell bedingten Überproduktion von Talg und einem daraus resultierenden Verschluss der Talgdrüsen mit anschließender Entzündung. Im Gegensatz zu vielen anderen (Haut)Erkrankungen kommt hier einer einzigen Art von Bakterium eine Schlüsselrolle zu: Cutibacterium (früher: Propionibacterium) acnes. Cutibacterium vermehrt sich in den verschlossenen Talgdrüsen massiv und löst über seine Stoffwechselprodukte einen Entzündungsprozess aus. Moderne Hautmikrobiomforschung hat gezeigt, dass es verschiedenen Unterarten (Stämme) von C. acnes gibt, die sich stark in ihren entzündungsauslösenden Eigenschaften unterscheiden. Gezielt diese besonders aggressiven Stämme zu bekämpfen, andere Stämme aber zu schonen oder sogar zu fördern, erscheint als neue, erfolgsversprechende Behandlungsmethode.

Neurodermitis, auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, ist eine weitere, gerade in Industrieländern zunehmende Hauterkrankung, deren Ursachen bis heute nicht vollständig geklärt sind. Es werden individuelle genetische, immunologische und Umweltfaktoren als Auslöser vermutet. Auf den trockenen, rissigen und oftmals stark juckenden Hautarealen kann es zu einer Dysbiose kommen, bei der sich v.a. Staphylococcus aureus oder auch Hefepilze der Gattung Malassezia überproportional (dysbiotisch) vermehren und Entzündungsprozesse fördern.

Als Rosacea bezeichnet man v.A. im Gesicht auftretende fleckige, z.T. schuppende Rötungen, bei schweren Verläufen auch einhergehend mit Schwellungen der Gesichtshaut sowie entzündlichen Papeln und Pusteln. Im Endstadium können insbesondere bei Männern auch knollenartige Wucherungen der Nase entstehen. Wie bei der Neurodermitis liegen die konkreten Auslöser noch weitgehend im Dunkeln. Neben einer Störung der Gefäßversorgung der Gesichtshaut, werden auch hier, z.T. durch Stress ausgelöste, immunologische und neurologische Faktoren vermutet. Wiederum stehen Haut-Mikroorganismen in Verdacht, die Entzündungsprozesse zumindest zu fördern, darunter wieder S. aureus, aber auch Haarbalgmilben.

Die immer wieder beobachtete starke Zunahme von S. aureus bei einer Reihe von Hauterkrankungen ist ein typisches Zeichen für eine Dysbiose. S. aureus ist ein bekanntes Hautbakterium, das eine ganze Reihe sogenannter Virulenzfaktoren (Krankheits-auslösender Faktoren) besitzt und bei der Entstehung von Abszessen und Eiter eine große Rolle spielt. Ein Therapieansatz besteht daher häufig in der Kontrolle dieses übermäßigen Wachstums, z.B durch Antibiotika, die allerdings das gesamte Hautmikrobiom schädigen. Der Einsatz Mikrobiom-freundlicherer Wirkstoffe, z.B auf pro-, prä- oder postbiotischer Basis, ist eine sanftere Alternative.

Welche therapeutischen Maßnahmen im Falle einer Hauterkrankung individuell passend sind, entscheidet stets ein Dermatologe. Aus mikrobiologischer Sicht ist es sinnvoll, bei allen Therapie- und Pflegeansätzen auch die (langfristigen) Auswirkungen auf das Hautmikrobiom zu berücksichtigen und Pro-, Prä- und Postibiotika als zusätzliche Wirkstoffe mit ins Auge zu fassen. St. Biomé beruht auf einer postbiotischen Technologie, der genau dies erzielen soll.